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Am 6. Juni macht der "Zug der Erinnerung" Station auf dem Magdeburger Hauptbahnhof. Er erinnert mit mehreren Ausstellungswagen an die Deportation von Kindern und Jugendlichen durch die Nationalsozialisten. Der Zug steht von 8.00 bis 20.00 Uhr am Bahnsteig 1. Schulklassen und Gruppen können sich ab sofort im Kulturbüro der Stadtverwaltung anmelden.
Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch wird den "Zug der Erinnerung" um 11.00 Uhr offiziell begrüßen. Die im Zug gezeigte Ausstellung richtet sich nicht nur an Einzelpersonen, sondern insbesondere auch an Schülerinnen und Schülern sowie Jugendgruppen.
Erinnert wird an Transporte, die vor 70 Jahren mit tausenden Kindern und Jugendlichen auf dem deutschen Schienennetz in das Vernichtungslager Sobibór fuhren. In den verplombten Waggons saßen holländische Juden, aber auch Kinder deutscher Emigranten. Mehrere dieser Kinder kamen aus Magdeburg und Sachsen-Anhalt. Keines kehrte zurück.
Die mobile Ausstellung im "Zug der Erinnerung" rekonstruiert den Weg, der die deutschen Kinder aus ihren Heimatstädten in die Niederlande führte, wo sie bis zu Beginn des 2. Weltkriegs als Emigranten sicher zu sein schienen. Doch mit Beginn des Überfalls der deutschen Truppen auf die europäischen Nachbarn holte die deutsche Wehrmacht die Flüchtlinge in den Niederlanden ein. Das Land wurde besetzt, die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sowie der Sinti und Roma begann.
Im Mai und Juni 1943 starteten von den deutschen Konzentrations- und "Sammellagern" in den Niederlanden (Westerbork und Vught) Massentransporte, die wegen ihrer grausamen Umstände berüchtigt sind. Die sogenannten Kindertransporte (am 1. Juni 1943 mit 595 Kindern und Jugendlichen sowie am 8. Juni 46 Güterwagen mit 1.269 Kindern und Jugendlichen) kamen nach dreitägiger Fahrt im besetzten Polen an. Noch am Ankunftstag wurden die minderjährigen Deportierten in Sobibór erschossen oder durch Gas ermordet. Mit der Ausstellung, die keine grausamen Bilder zeigt, sondern Lebenszeugnisse, soll an diese Opfer erinnert werden.
Auf dem Bahnhof wird außerdem Gelegenheit bestehen, nach 70 Jahren von den Kindern der Region Abschied zu nehmen: von dem 15-jährigen Alfred Werner Hirsch, der aus Westerbork deportiert wurde, und von der 15-jährigen Ruth Marion Weile, die in Auschwitz starb.
Schulklassen und Gruppen, die am "Zug der Erinnerung" von den mitreisenden pädagogischen Zugbegleitern Einführungen in die Ausstellung erhalten möchten, werden gebeten, sich im städtischen Kulturbüro unter der Rufnummer 5 40 21 53 bei Herrn Bößneck anzumelden.
Quelle: Stadt Magdeburg